Tenerifa 2014

Teneriffa 2014

Endlich begann das Abenteuer Teneriffa. Ein Jahr ist es her, dass ich die als rollstuhlgngig beschriebene Wohnung auf der Internetseite Housetrip gesehen hatte, und war berzeugt, dort gut berwintern zu knnen. Diesmal begleitet mich Erdmut die 5 Monate und meine Mutter wird die ersten 14 Tage auch mit dabei sein. Wie immer war der Flug wieder eine Herausforderung, von der ich die Schnauze langsam voll habe. Da ich Business gebucht habe, hatte ich ein gutes Gefhl, dass es diesmal mit der vordersten Sitzreihe klappen wird. Es war wieder ein Horrorzenario fr mich, denn ohne ersichtlichen Grund blieb mir die erste Reihe wieder verwehrt. Erst als sie sahen, dass es in der vierten Reihe nicht geht, da meine Knie an der vordersten Sitzreihe anstossen, reagierte die Fluggesellschaft und setzte mich wieder um. Wieso das immer sein muss? Keine Ahnung! Wie immer nahm ich das hin, obwohl es gewaltig brodelte in meinem Hirn. Nicht genug, mussten wir wegen eines technischen Problems noch 2 Std. auf der Startbahn ausharren. Das hiess, statt 6 Std. sass ich pltzlich 8 Std. im Flugzeug. Der Flug war angenehm, wir wurden auch gut verkstigt. Mit einem Glas Rotwein splte ich den rger ber das Transfertheater runter, was mir gut gelang. Das Gepck kam auch an und Lero, der Pflegedienst von Teneriffa war auch am Flughafen. Es klappte alles wunderbar. Als wir vor der Tre der Wohnung standen, lernten wir Herrn Endler kennen, dieser Mann war beauftragt von der Vermieterin den Schlssel zu bergeben. Bei ihm hatte ich ein Pflegebett gekauft und schon im voraus 1000 SFR. bezahlt. Es ist wichtig dass das Pflegen im Bett gut abluft und fr alle Beteiligten in Ordnung ist. Ich wartete mit den Koffern vor der Tr, Erdmut und meine Mutter besichtigten die Wohnung. Als sie von der Besichtigung zurckkamen, schttelten beide den Kopf und ich ahnte schon den nchsten rger. Sie erzhlten mir in ein paar kurzen IMG_1645Stzen was sie vorfanden. Eine schmuddelige nicht rollstuhlgngige Wohnung. Die Tren seien keine 60 cm. breit und vieles mehr. Als ich in die Wohnung kam, traf mich fast der Schlag, denn ich kam in kein Zimmer. Ich konnte nur den langen Flur entlang und in das Wohnzimmer. Das Elektrobett stand schon in einem Zimmer, in das ich aber nicht hineinkam, da die Tren zu eng waren. Herr Endler war schon auf dem Sprung und liess uns mit der ganzen Misere allein. Fr diese Nacht brauchten wir eine Lsung, also schleppten meine Mutter und Erdmut das Bett ins Wohnzimmer und stellten die grosse Couch um und eine Matratze ins Zimmer. Als ich das Bett sah, traf mich der nchste Schlag. Was soll das denn sein? Ich wollte ein Handicap Bett, keines das ein Handikap hat. Das Bett konnte man weder hoch noch runterlassen und die Beine waren so schrg das es schon gefhrlich war sich darauf zu setzten, geschweige darin zu schlafen. Ich war so fertig und kam mir verarscht vor, dass ich am liebsten geweint htte. Nicht mal dies konnte ich mehr, da ich zu fertig war. Wir beschlossen etwas essen zu gehen und einmal darber zu schlafen. Ich schlief nicht gut, trotz des beruhigenden Meeresrauschen in der Nacht. Die meistgestellte Frage war: Was machen wir und wie gehen wir vor? Am nchsten Tag waren die Wolken immer noch da, aber wir waren bereit dies nicht einfach so hinzunehmen. Wir machten einen Plan.

Erst einmal beschlossen wir die Strandpromenade entlang zu laufen/fahren, die fr Rollstuhlfahrer einfach spitze ist. Mit meinen Emotionrdern flitzte ich die Strandpromenade entlang und vergass den rger mit dem Appartement, es war sehr erholend fr mich. Durch das entlang fahren am Meer holte ich mir Kraft fr die nchste Phase. Und dann begann der Krimi!!!

Zunchst riefen wir Housetrip an, ber die ja die Buchung lief und besprachen alles mit ihnen. Wir vereinbarten, dass sie das Geld fr die gemietete Wohnung zurckhalten und sich um eine andere Wohnung umsehen. Wie sich herausstellte, gab es zu dieser Wohnung eine Vermieterin, (eine alte Dame, die Spanierin war,) dann gab es eine Verwalterin, (die Italienerin war,) und diesen Herrn Endler (der deutsch spricht und von der Verwalterin engagiert ist) Als diese von Housetrip erfuhren, dass die Miete vorerst zurck gehalten wird, stand 1 Stunde teneriffa 100spter die Bulldocke Endler. auf der Matte, um zu fragen was los sei. Wir erklrten im den Sachverhalt. Er stellte auf stur und erzhlte uns von einem Unterschied einer rollstuhlgerechten und einer rollstuhlgngigen Wohnung. Was fr einen Bldsinn erzhlte er da? (Ich will dazu bemerken, dass die Wohnung im Internet als rollstuhlgerecht beschrieben wurde und mir Herr Endler versicherte, sie wre rollstuhlgngig.) Also Achtung!!! Meine Erfahrung zeigt, dass viele absolut keine Ahnung haben, was dies bedeutet. Es kam noch besser, er wollte die Tren vergrssern und htte uns dies sicher auch in Rechnung gestellt, das hiesse die Tren aufspitzen, der Dreck und den Staub bekamen wir dann gratis dazu. Vllig verrckt! Ich war so wtend auf dieses Mann und stellte die Menschheit in Frage. Da wir die Schnauze voll hatten, unsere Nerven blank lagen, und auch mangels Alternativen von Houstrip, (um diese Zeit fast unmglich, etwas anderes zu finden),beschlossen wir, uns einzurichten. Vieles in der Wohnung musste raus. Das Pflegebett, dass keines war, (in der Schweiz wrde man 30 Euro dafr bezahlen, aber zum Entsorgen,) die Couch, ein paar Sthle und einiges mehr. Bei Lero bestellten wir ein richtiges Pflegebett, dass auch wieder bezahlt werden musste. Dies kam ein Tag spter und sie kamen uns mit dem Preis entgegen, da sie von der Misere gehrt haben. Wir riefen Herrn Endler an, um ihm mitzuteilen, welche Probleme wir haben und dass er bitte diese Mbel wegbringen soll. Er entgegnete uns, solange das Geld nicht auf dem Konto von der Besitzerin sei, rhre er keinen Finger und drohte uns, dass wir am nchsten Tag rausgeworfen werden, wenn das Geld bis dann nicht auf dem Konto der Besitzerin sei. Das hiess wir mussten den Sachverhalt wieder Housetrip melden und sie nahmen dann Kontakt mit der Besitzerin auf. Achtung die Vermieterin, vermietet die Wohnung und der Besitzerin gehrt die Wohnung und der Endler bekommt dann auch noch ein Stckchen vom Kuchen, als Geldeintreiber und Angstmacher. Am nchsten Tag kam der Endler wieder und wollte uns zur Wohnung rauswerfen, da das Geld immer noch nicht auf dem Konto der Besitzerin sei. Doch wir sagten ihm, dass dies nicht unser Problem sei und wir nur noch mit Housetrip und diese mit der Besitzerin verhandeln. Da fing die Bulldocke an zu fletschen, da er und die Vermieterin um ihre Provision Angst hatten. Wir berlegten ernsthaft die Wohnung zu wechseln, dann bekmen sie gar kein Geld. Auch hatten wir keine Lust, uns unter Druck setzen zu lassen. Da aber in dieser Zeit eine Wohnung zu finden sehr schwierig ist und wir endlich mal zur Ruhe kommen wollten, beschlossen wir erstmal zu bleiben. Es ist wie es ist (Lieblingsspruch von Erdmut). Wir suchen nun in aller Ruhe eine Wohnung, dies ist fr uns die vernnftigste Lsung. Wir beauftragten Housetrip das Geld zu berweisen und riefen Herrn Endler an die Mbel auszurumen.

Jetzt sind wir schon zwei Wochen hier, es hat sich alles eingespielt. Erdmut und ich, die Pflege von Lero und wir und die Wohnung. Heute kam Corinna von Lero , ich kenne sie schon von IMG_1825meinen mehrmaligen Inselaufenthalten. Ich konnte wieder mal deutsch sprechen whrend der Pflege und es war interessant, mich mit ihr auszutauschen. Dies war sehr angenehm, sprechen doch die anderen Pflegerinnen alle englisch. Da ich doch den Pflegeablauf und auch die Feinheiten meiner Pflege in englisch erklren muss, kostet mich dies viel Energie. Jeder Tetraplegiker hat eine ganz andere Krperwahrnehmung, dadurch ist auch die Pflege individuell. Um 7 Uhr war Tagesanfang, denn ich habe meine Pflegeanfangszeit gendert, damit wir auch etwas vom Tage haben. Morgens ist es sehr schn, an der Strandpromenade entlang zu schlendern und es ist auch nicht so heiss ist wie am Nachmittag. Das heisst, nach einer halben Stunde sass ich schon im Rollstuhl und wir waren bereit unseren Tag anzugehen. Zuerst besprachen wir den Tagesablauf kurz, was heute zu erledigen ist. Wir mssen zu Lero hinauf, um meine E-Motion Rder zu berprfen, bei denen es beim Aufladen piepst. Auch wollen wir noch wegen Ausflgen nachfragen. Als wir das gemacht hatten, hatte ich ein sehr schnes Erlebnis. Erdmut zeigte mir ihren Kraftort direkt am Meer. Wir mussten ber tiefen Sandboden fahren, weil es die letzten 2 Tage immer wieder geregnet hat, dies war anstrengend. Es hat sich aber gelohnt, denn dieser Ort ist so stark, dass ich in diesem Moment nichts mehr sagen konnte. Die Kraft des Wassers das gegen die Felsen strmte, und immer wieder von neuem dagegen peitschte, um den Stein auszuwaschen und Platz fr das nachrckende Meer zu machen. Wunderbar dieser Ort. Ich konnte so viel Kraft in mir aufnehmen, bis die Natur sagte, Jetzt ist es genug und es zu regnen anfing. Das heisst, wir mussten ganz schnell zurck. Hinterher schrieb ich gleich meine Gedanken nieder, um auch zu verarbeiten was die letzten zwei Wochen passiert war.

Nun will ich mit Hilfe von Erdmut an meinem Buch weiterschreiben, in dem es um meinen Kampf zu leben und meine Faszination Reisen im Rollstuhl geht. Wie ich bei meinen Reisen immer wieder Kraft schpfe aber auch an Grenzen komme oder diese auch berschritten habe. (Amerikareise 2012/2013).

IMG_2074Jetzt sind wir schon 40 Tage in Teneriffa und wir haben uns gut eingelebt. Wir mussten sehr viele Hrden nehmen und einiges erledigen. Da wir so viele Probleme mit der Wohnung hatten, konnten wir viele Dinge die anstanden, erst spter in Angriff nehmen. Als nchstes suchten und fanden wir eine Schweizerin, (die bis Ende Mrz auf der Insel ist) und einen Franzosen, (der hier lebt) die mich einmal in der Woche ein paar Stunden begleiten, um Erdmut mit der Pflege zu entlasten. Dann haben wir noch einen Spanischkurs der Mitte Januar beginnt, organisiert und einen Ausflug mit Lero dem Pflegedienst gemacht, eine Inselrundfahrt, (unter deutscher Reiseleitung) mit sehr vielen Hintergrundinformationen, die sehr interessant waren. Ein spanisches Telefon mussten wir auch noch organisieren und eine SIM Karte um ins Internet zu gelangen. Wie wenn das nicht genug wre hatten mir noch intensive Sturmbhen auszuhalten, die uns auch ein paar schlaflose Nchte verursachten. Jetzt aber ist alles organisiert und wir knnen uns wieder den Sachen widmen, die wir von Anfang an vorhatten. Das heisst, dass auch die Interneteintrge in letzter Zeit zu kurz gekommen sind. Auch das Rollstuhlfahren kam zu kurz, doch seit einer Woche fahre ich jeden Tag wieder meine 2 km. Die Nchte werden auch khler, man merkt, dass es auch in Teneriffa Winter wird. Auch die Feriengste haben sich verndert, es sind jetzt mehr ltere Menschen und Wanderer unterwegs auf der Insel. Bin gespannt wie es ber Weihnacht/Neujahr hier aussieht mit dem Tourismus. Man hat uns gewarnt, dass nun sehr viele Diebe vom Festland unterwegs sind, weil es dort zu kalt ist. Vor allem aus Barcelona, da der Tourismus in Barcelona ber den Winter abgenommen hat. Dies merkt man auch an dem grossen Polizeiaufgebot an der Promenade. Wir haben auch ganz tolle Restaurants entdeckt, leider sind die weiter weg als uns lieb ist. Mit den Laptops kamen wirIMG_1904 auch nicht mehr ins Internet d.h. wir mussten einen Computerfachmann finden. Der uns gesagt hat dass mein Virenprogramm das einloggen verhindert und wir mussten uns ein neues Virenprogramm kaufen. In einem Gospelkonzert waren wir auch noch, dies brachte uns ein bisschen Weihnachtsstimmung nach Teneriffa. Denn wenn man die eingekleideten Palmen mit Girlanden und Weihnachtspckchen nicht sehen wrde, htte man keine Ahnung, dass Weihnachten kurz vor der Tr steht. berall in den Geschften hngt Weihnachtszeugs, spielen Weihnachtslieder und es ist doch befremdlich, wenn die Menschen halbnackt herumlaufen. Wenn man aber Richtung Mittelland sieht, merkt man trotzdem, dass Winter ist, denn der Teide (hchster Vulkan) hat Schnee auf 3400 Meter Hhe. Dies wird dann auch der nchste Ausflug sein, den wir mit Lero machen. Eine Schifffahrt steht ja auch noch auf unserem Programm. Mit einem Piratenschiff werden wir Teneriffa unsicher machen. Langweilig wirds einem auf dieser Insel nicht, auch wenn man fnf Monate hier ist, da bin ich berzeugt. Denn die Insel ist so unterschiedlich wie kaum eine andere Insel die ich kenne. Der Norden sehr fruchtbar und der Sden sehr touristisch. Die Huser und Hotels sind so aneinander gebaut dass kein Platz fr Privatsphre ist. Am Sonntag muss man aufpassen, dass man den Touristen mit dem Rollstuhl nicht in die Fsse fhrt, denn die Fussgngerzone ist berfllt mit Menschen, auch wegen des wchentlich stattfindenden Marktes in Los Christianos. Unter der Woche ist es sehr angenehm zum Rollstuhlfahren auf der Promenade, dann verteilen sich die Menschen in den drei Hauptbezirken Los Christianos, Playa Vista und Playa des American. Der schnste Abschnitt ist Playa Vista weil man dort in Strandnhe 3 km fahren aber auch spazierengehen kann. Einkaufsmglichkeiten gibt es genug in diesen Abschnitten. Zum Schwimmen ist Playa Vista der beste Ort, dort knnte man auch mit dem Rollstuhl ins Wasser, da sie dort besondere Strandrollsthle haben. Da Teneriffa die Insel fr Rollstuhlfahrer ist, kann man auch sehr viele rollstuhlgngige Taxis bestellen, die mit einer Rampe ausgerstet sind und einem zu relativ gnstigen Fahrpreisen ber die ganze Insel kutschieren.

Eine kleine Beschreibung der Inselrundfahrt Teneriffa von Erdmut

Am einem sonnigen, schnen Morgen wurden wir von einem Bus, der uns rund um die Insel bringen sollte abgeholt. Wir hatten diesen Ausflug bei LeRo (Pflegedienst) gebucht und freuten uns darauf. Von seinen frheren Aufenthalten kennt Marcel das meiste von der Insel, doch ich hatte bis dahin noch nicht viel von der Insel kennengelernt und war sehr gespannt darauf. Wir hatten eine deutsche Reiseleitung, die uns viel Interessantes erzhlte. Zuerst ging es Richtung Westen, vorbei am Siampark, der der grsste Wasserpark mit asiatischen Bauten ist. Er wurde gebaut und wird geleitet von dem Deutschen Wolfgang Kiessling, der auch den wunderschnen Loropark gebaut hat. Weiter ging es vorbei an Costa Adeje, dort sind sehr IMG_1998schne Strnde mit weissem Sand. Normalerweise ist berall schwarzer Lavasand, hier aber sind die Strnde mit dem ltesten weissen Sand aus Afrika aufgeschttet worden. Hier im Westen gibt es die meisten Bananenplantagen, die an unserem Fenster im Bus rechts und links gut zu sehen waren. Wir erfuhren, dass der Weihnachtsstern, den es bei uns zuhause ja nur als Blumenstock gibt, hier als blhender Baum wchst. Und tatschlich, einige Kilometer weiter, standen an vielen Orten die blhenden Weihnachtssternbume, die gerade in dieser Zeit wunderschn aussehen. Typisch sind auch die Wasserleitungen, die kreuz und quer ber die Berge verlegt wurden. Der Grund ist, dass es auf Teneriffa nie Frost gibt und sogar das Wasser im Sommer oft zu heiss aus den Rohren kommt. Weiter ging es immer steil bergauf bis wir hoch oben eine wunderbare Aussicht auf die Felsen von Los Gigantes hatten. Sie gehen 600 m senkrecht ins Meer. Je hher wir kamen umso grner wurde es. Hier wachsen sehr viele Mandelbume und Feigen, da sie nicht bewssert werden mssen. ber Santiago del Teide fuhren weiter durch Puerto de Erjos, dieser Ort gilt als das Tor zum Norden. Und wirklich kaum dort, fing es an zu regnen. Dies tut aber meiner Meinung nach der Schnheit des Nordens keinen Abbruch. Deshalb wachsen hier auch so viele schne Pflanzen und Bume und fr Naturliebhaber und Wanderer ist es wunderschn. Unser erster Aufenthalt war in Garachico, wo wir unbedingt den berhmten Teidecappucino probieren mussten. (der super war, aber mit einem gigantischen Sahneberg uns das Leben enorm verssste ) Garachico war der erste erbaute Hafen, der zu einem grossem Hafen ausgebaut werden sollte. Doch die Pest, ein grosser Vulkanausbruch und ein Erdbeben machten diesen Traum vllig zunichte. Dieser Ort liegt auch heute noch an einem gefhrlichen Platz und oft zerstrt das Meer bei Sturm viele Huser und Strassen. Deswegen wurde Santa Cruz der Haupthafen. Es hat mich sehr beeindruckt, wie die Menschen hier mit den Gefahren des Meeres umgehen aber auch die Schnheit und IMG_1904Kraft desselben erleben. Weiter ging es die Nordkste entlang, vorbei an dem ltesten Drachenbaum (gehrt zu den Liliengewchsen) der zwischen 500 600 Jahre alt ist. Die Reiseleiterin erzhlte auch einiges ber die Ureinwohner Teneriffas die Guanchen. So sollen sie die Drachenbume als Boote benutzt und den roten Saft des Drachenbaumes auch als Medizin und zum Mumifizieren ihrer Toten hergenommen haben. Leider gibt es keinerlei Guanchenblut mehr in der Bevlkerung, da die Einheimischen alle von den Spaniern umgebracht wurden. Es gibt nur noch einige Wrter, die noch mancherorts geblieben sind. Solche Geschichten, wie es ja auch vielen anderen Ureinwohnern ergangen ist, berhren mich immer sehr. Wir fuhren weiter nach Richtung Santa Cruz. Hier machten wir Mittagspause in einem sehr schnen und interessanten Restaurant El Monasterio Der deutsche Besitzer baute es original mit viel Liebe, Zeit und Geld aus. Es ist sehr beeindruckend und wunderschn eingerichtet. Hier wurden wir mit kanarischen Speisen richtig verwhnt. Es war auch sehr lustig. berall liefen die Hhner, Hhne, Pfauen und viel anderes Getier herum, die lustig gackerten und krhten. Marcel und ich amsierten uns kstlich. Was vorher nicht so schn war, wir mussten einen steilen Berg hinauf und wenn uns eine Mitfahrerin nicht geholfen htte, wre ich mit Marcel nicht alleine den Berg hinaufgekommen. Auch passte der Tisch fr Marcel nicht und sorgte am Anfang fr Missstimmungen. Doch auch dieser rger ging vorbei und das gute Essen entschdigte uns reichlich. Nach der Pause ging es zur Besichtigung der Basilika von Santa Cruz, die Candelaria mit der schwarzen Madonna, die am 15. August, dem hchsten Marientag mit einem grossen Wallfahrtsumzug angebetet wird. Anschliessend fuhren wir zurck nach Los Cristianos, wo wir sehr mde aber mit vielen neuen und interessanten Eindrcken wieder den Tag abschlossen. Auch wenn es im Norden sehr viel regnen soll, fand ich ihn sehr schn und beeindruckend.

 

Ich war schon sehr gespannt wie es mir in der Weihnachtszeit ergehen wird, denn meine Familie fehlt mir schon in solchen Momenten. Ich habe die Besinnlichkeit der Weihnachtszeit gern, und es wird mir komisch vorkommen, diese hier zu erleben. Denn wann kann man schon im T- Shirt rollstuhlfahren gehen, und die Weite des Meeres geniessen bei 22. Wir hatten Teneriffa Dezember 14 008einen Tisch reserviert in Playa Vista, einem Restaurant am Meer und fragten auch Monika (die Schweizerin), ob sie gerne mitkommen will. Sie freute sich und wir uns auch, dass sie dabei war. Das Monika gleich nebenan im Costa Mar wohnt, ist natrlich eine tolle Sache. Also trotteten wir los, denn es war immerhin ein Fussmarsch von 1 Stunde. Es war super, denn in diesem Moment wurde mir bewusst dass heute Weihnachten ist. In jedem Restaurant wurden Weihnachtslieder gesungen, was einem schon ein bisschen schrg vorkommt, aber trotzdem sehr besinlich wirkte. Und es wirkte kitschig, wie in einem Roman. Dass Meer im Hintergrund, die Palmen im Vordergrund und Menschen die im Meer baden. Ein wunderschner Sonnenuntergang begleitete uns in das vorweihnachtliche Abendprogramm. Als wir im Restaurant angekommen waren, wurden wir von einem Kellner eingewiesen. Da wir nicht genau wussten, wie sich der Wind entwickelt, platzierten wir uns an einer Wand im Inneren. Dies war eine gute Entscheidung, denn am Abend frischt der Wind immer ein bisschen auf. Wir fingen mit einem Apero an, dann kam die Vorspeise und mit einem guten Glas Wein rundeten wir das ausgezeichnete Essen ab. Auf dem Nachhauseweg hatten wir es sehr lustig, denn Erdmut kam auf die Idee, einem schwarzen Verkufer, drei Weihnachtsmtzen und zwei riesige Sonnenbrillen abzukaufen. Dies lste bei uns viel Heiterkeit und Gelchter aus. Zuhause angekommen gab es noch eine Bescherung, wir packten Geschenke aus und verspeisten noch ein paar Weihnachtsguetzli. (Selbstgebackene Weihnachtskekse, die Erdmuts Mutter geschickt hatte) Danach gingen wir alle ins Bett und ich glaube, dass allen der Abend gefallen hat. Am 25. Dezember spazierten wir an der Promenade entlang, um uns von der Weihnachtstimmung anstecken zu lassen. Es waren sehr viele Leute unterwegs, Familien mit Kindern, Grosseltern, die ganzen spanischen Familien waren unterwegs. Ich hatte fast keinen Platz mehr zum Rollstuhlfahrern, aber es war okay fr mich. Am nchsten Tag standen pltzlich Yvonne und Patrick vor der Tr, dies war eine tolle berraschung, obwohl ich etwas geahnt hatte. Ich habe michIMG_2288 riesig gefreut ber diesen Besuch meines Bruders und seiner Freundin. Wir berlegen uns, was wir in dieser Woche, in der sie hier sind alles miteinander anschauen knnten. Mein Favorit ist immer noch die Costa Adeje, also bestellten wir ein Taxi und fuhren die 10 km ber die Hauptstrasse zu dem wunderbaren Sandstrand hoch. Dort badeten Patrick, Yvonne und Erdmu im Meer und ich las in meinem Buch weiter Unterwegs in die nchste Dimension. Ein sehr interessantes Buch ber einen Mann der die Diagnose Querschnittlhmung von seinen rzten erhalten hat und sich durch innere Kraft selbst heilt. Dies ist fr mich aber nicht ganz nachvollziehbar, denn ich durchlebte die gleichen Kmpfe in der ersten Zeit. Als die drei zurckkamen von ihrem Bad im Atlantik, spazierten wir gemtlich Richtung Playa des American. Dort nahmen wir einen Aperitif und etwas Kleines zu Essen ein, bevor es weiterging Richtung Playa Vista. Wir waren alle so mde von dem Fussmarsch, dass wir in unserem Weihnachts- Restaurant etwas Essen gingen. Es war wie immer fantastisch, ein richtiger Gaumenschmaus. Ich nahm Muscheln, die mit einer Art Tomatensauce serviert wurden und ein gutes Glas Wein, danach nahmen wir den letzten Teil unserer Heimreise unter die Rder/Fsse. Zuhause IMG_2263angekommen fielen wir alle mde aber glcklich ins Bett. Am nchste Tag war regenerieren angesagt fr mich, denn ich hatte einen grossen Muskelkater in meinen Armen. Am Abend gingen wir zu einem mongolischen Essen, in die Hhe von Los Christianos. Auch dies war wieder ein Essens- Highlight. Am Schluss nahm ich noch meinen standardmssigen Calvados zu mir, was mir nicht so gut bekam. Denn das Glas war halb voll, viel zu viel fr einen Schlummertrunk. Der nchste Tag war dann wirklich zum regenerieren fr mich, die anderen zwei machten eine Schifffahrt zu den Felsen von los Gigantos. Dann stand schon Silvester vor der Tr, wir hatten uns etwas Spezielles ausgedacht und berraschten Patrick und Yvonne mit einem Besuch in dem Musical Malizia, welches ein Ohren und Augenschmaus war. Die Geschichte handelte von einem armen Mann, der seine angebetete Frau, an einen reichen Mann verlor. Da dies mit viel IMG_3873Flamencotanz und Musik zelebriert wurde, war es eine tolle Auffhrung. Wie immer bei solchen Auffhrungen, endete dieses Musical mit einem Drama, was ich als sehr schade empfand. D.h. ich htte es anders ausgehen lassen. Nach diesem Erlebnis fuhren wir mit dem Taxi zurck in unsere Wohnung, um uns wrmer anzuziehen. Dann gings zum Silvesterschmaus, zur Charlotte, was nicht vom Essen her die beste Wahl war, vom Ambiente her aber sicher die Richtige. Das Feuerwerk um 24:00 Uhr hrte ich im Bett, denn wir waren alle so mde das wir um 23:00 Uhr schon im Bett lagen und bereit waren den Neujahrsanfang zu verschlafen. Nur Erdmut war noch wach und sah sich das Feuerwerk mit einigen Hausbewohnern an. So ging das alte Jahr dem Ende zu und das neue ffnete seine Tore. Die Zeit mit Patrick und Yvonne war eine gute Zeit und ich war froh, dass sie gekommen sind.

Schlussbericht Teneriffa fr die Homepage

Ich berlies auf dieser Reise nichts seinem Zufall, da ich Teneriffa von frheren Reisen schon kannte, wusste ich auf was ich achten musste. Ich organisierte den Flug, sogar erste Klasse damit wir keine Komplikationen bekamen. Der Transfer vom Flughafen zu unserer Wohnung war auch organisiert, das Appartement war, wie ich es nach den Bildern im Internet gesehen hatte, fr fnf Monate gemietet. Der Pflegedienst war organisiert, es konnte also nichts mehr passieren, dachte ich. Drei Monate spter, bin ich zuhause. Was ist passiert? Planen kann man alles, aber das Schicksal kann man nicht planen. Dies wurde mir auf dieser Reise knallhart gezeigt. Denn die Reise fing schon sehr schlecht an, ich bekam meinen vordersten Sitzplatz nicht auf Anhieb. Was bei mir schon sehr viel rger und Verdruss hervor brachte. Dann kamen wir in die Wohnung und sie war nicht Rollstuhl- gngig, ich kam weder ins Badezimmer noch in mein vorgesehenes Schlafzimmer. Darauf mussten wir reagieren, und wir hatten zwei Wochen ein Telefonat nach dem anderen, schlussendlich gaben wir auf und behielten die Wohnung. Was der Anfang vom Ende war, denn diese Wohnung hatte so eine schlechte Energie, dies wurde uns aber erst am Schluss richtig bewusst. Zu allem Elend war sie auch noch sehr hellhrig. Sobald ein bisschen der Wind pfiff, klapperten die Tren und Fenster, dies war fr einen erholsamen Schlaf nicht optimal. Auch wenn wir Nachbarn hatten, wurden wir durch die Hellhrigkeit sehr strapaziert. Wegen der tollen Aussicht vom Balkon auf den Pool und aufs Meer, dachten wir dies sei alles nicht so schlimm und nahmen das Positive in den Vordergrund. Denn die Strandpromenade war ja auch spitzenmssig, da ich dort kilometerlang am Strand fahren konnte. So wurden aus Tage Wochen, ich schrieb an meinem Buch und fuhr sehr viel im Rollstuhl der Promenade entlang. Es war perfekt, dachte ich und wir planten den einen oder anderen Ausflug mit Lero. Wir lernten auch den Bezirk Los Christianos besser kennen, denn dieser bestand nicht nur aus der Promenade sondern hatte noch einen Dorfkern. Der auch sehr hbsch war, dort stand auch das Gemeindehaus dieses Bezirkes. Da wurden Veranstaltungen ausgehngt und es gab auch eine Tafel auf der man verschiedene Dinge anschlagen konnte. Dort suchten wir eine so genannte Tagesbetreuung fr mich, damit Erdmut auch ein bisschen machen konnte was Ihre Bedrfnisse gerade verlangten. Durch dieses Anschlagbrett lernten wir Monika kennen, die eine tolle Bereicherung fr uns alle war. Sie gab uns Inputs ber dies und jenes und wir wurden Freunde. Wie sich spter herausstellte, war sie Maklerin. Da mir Teneriffa zu diesem Zeitpunkt sehr gut gefiel, sah ich mir mit ihr ein paar Wohnungen an. Auch wollten wir noch einen Sprachkurs in Spanisch machen, und meldeten uns in einem ffentlichen Kurs der Gemeinde an. Dies war aber ein absoluter Reinfall, denn das Zimmer 25 m mit sage und schreibe 25 Menschen 80 % Italiener, die alle Spanisch lernen wollten war viel zu voll. Die Lehrerin, die nur Spanisch konnte, gab so ein horrendes Tempo vor, dass Erdmut und ich uns wie im falschen Film vorkamen. Wir gingen einmal, dann war das Thema Sprachkurs gegessen. Ausser Spesen nichts gewesen. Unter dessen waren Yvonne und Patrick zu Besuch, was mich sehr freute. Das Wetter war im Moment auch wieder fantastisch, was denn einen oder anderen Ausflug nach sich zog. Es war eine gute Zeit mit ihnen. Danach kam der Alltag wieder fr Erdmut um mich, was sich mit viel Schreiben und Rollstuhlfahrern genoss. Die Wohnung wurde auch immer konkreter, denn ich hatte ein super Objekt gefunden, welches sogar noch bezahlbar war. Dann brachen die Wolken ber uns hinein, und es lief alles gegen uns. Die Insel lehnte uns ab, so kam es mir vor. Zuerst wurde das Wetter immer schlechter und auch merklich khler, so dass ich keine Lust mehr auf Strandspaziergnge hatte, sondern mehr oder weniger vor dem Laptop in unserer engen Wohnung verbrachte. Das Schreiben meines Buches ging sehr gut voran, denn bevor ich nach Teneriffa kam, hatte ich mir noch eine Spracheingabe zugelegt. Was das Schreiben am Computer sehr vereinfachte und auch fr meinen rechten Problemarm, sich als sehr schonend herausstellte. Ich hatte innerhalb kurzer Zeit 30 Seiten geschrieben, was fr mich eine unglaubliche Zahl ist. Es machte so viel Spass, dass ich fast nicht mehr damit aufhren konnte. Natrlich vernachlssigte ich dadurch das Rollstuhlfahren, aber da das Wetter eher khl und sehr windig war, kam mir dies eher entgegen. Dann erkrankte Erdmut an einer Fischvergiftung, sie wurde immer schwcher und schwcher, Schwindelanflle kamen dann auch noch dazu, was mir sehr Angst machte. Dazu kamen noch die schlaflosen Nchte wegen des Windes und weil sich in der Wohnung nebenan vier junge Burschen einquartierten. Die machten jede Nacht so einen riesigen Radau, dass wir bis 4:00 Uhr morgens kein Auge zumachen konnten. In der vorletzten Nacht verletzte sich einer der Burschen so sehr, dass er ins Krankenhaus musste. Dies ging natrlich nicht ohne ein riesiges Geschrei und Gefluche, welches das ganze Costa Mar mitbekam aber vor allem wir, da wir ja gerade nebenan wohnten. Ich zog die Konsequenzen und sagte die reservierte Wohnung ab, die ich kaufen wollte. Erdmut und ich beschlossen danach nachhause zu fliegen, was mir zwar sehr weh tat aber der einzige vernnftige Schritt war. So kam es, dass wir zwei Monate frher als geplant nachhause kamen. Nach einem guten Rckflug, landeten wir bei -10 in Zrich, wo uns meine Eltern und Hansruedi abholten. So ging ein Abenteuer mehr von mir zu Ende. Es war eine gute Zeit fr mich, denn ich habe wieder sehr viel gelernt. Teneriffa hat uns seine Krallen gezeigt und da wir nicht darauf reagiert haben, hat sich die Insel gegen uns gestellt. Diese negative Energie, die ich auf dieser Insel gesprt habe, bekam ich auf meinen Reisen erst einmal mit, und dies war auf Ometepe, welche auch eine Vulkaninsel in Nicuragua ist. Ich habe keine Ahnung wieso mich diese zwei Inseln so abgelehnt haben, ob es eine Fgung ist, wird sich noch weisen. Auf jeden Fall ist Teneriffa nicht der Fleck Erde wo ich mich zur Ruhe setzen kann, dies hat sie mir gezeigt.

Bis zu meinem nchsten Abendteuer